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Wirbellose im Terrarium

Fütterung

Mahlzeit, die Fütterung von Wirbellosen

Wie ihre Lebensweise ist auch die Ernährung von Wirbellosen von Art zu Art höchst unterschiedlich.


Vor der Anschaffung eines neuen Wirbellosen Haustierchen muss man sich nicht nur mit seinen grundlegenden Haltungsparametern ( im Terrarium) sondern natürlich auch mit seiner Ernährung beschäftigen.

Hier ein Überblick über die Ernährungsweisen unsere wirbellosen Mitbewohner.

Kleine Räuber:
Räuberisch lebende Wirbellose, wie Spinnen, Skorpione, Skolopender(Hundertfüsser) und Mantiden(Gottesanbeterinen) brauchen ständig frisches Lebendfutter.
Meistens reichen wenige Futtertier pro Woche aus, doch es gibt auch unersättliche Arten.

Der Fachhandel hält hierzu die auch aus der Reptilienhaltung bekannten Futtertiere bereit:

Heimchen, Grillen, Heuschrecken,in verschiedenen Größen werden vor allem an aktive Jäger verfüttert.

Mehlwürme, Zophobas, Wachsmottenlarven,und Rosenkäferlarven gelten als Besonders Proteinreich und werden daher nur sporadisch verabreicht.

Springschwänze, Fliegen, und Drosophilia(Essigfliegen) sind besonders klein und dienen zur Ernährung von kleinen oder filigranen Arten und Jungtieren.

Die jeweils passenden Futtertiere, für die gehaltene Art, nennen erfahrene Zoofachhändler oder man informiert sich vorab in einschlägiger Fachlitertur oder in Foren.

Natürlich kann man bei großem Bedarf seine Futtertiere auch selbst züchten, für große Bestände an räuberisch lebenden Tieren ist dies die kostengünstigste Variante.

Achtung:

Nicht erbeutete Futtertiere sollen stets wieder aus dem Terrarium entfernt werden denn manche von ihnen neigen dazu die gehaltenen Tierchen im Schlaf anzuknabbern.

Futtermischung zur Zucht von Drosophilia melanogaster(Essigfliegen) welche als Futtertiere dienen.


Mein Zuhause ist mein Futter:
Tausendfüsser und Käferlarven und andere Bodenbewohner ernähren sich zu großen Teilen vom Substrat in dem sie gehalten werden.
Jede Art hat ihre speziellen Bedürfnisse, und einige nehmen auch Zusatzfutter in Form von Additiven an. Z.B.: getrocknete Seidenraupenpuppen(SRP), Bachflohkrebse(BFK), Flockenfutter( für Zierfische) , Bestimmte Pilzmycele (z.B.: Trametes versicolor)

Mehr über Substrate erfährst du hier.

Laubwaldhumus und weissfaules Holz sind wichtige Futtermittel für Diplopoden und Käfer-Larven


Additive für die Käferzucht: Seidenraupenpuppen und Bachflohkrebse


Süße Versuchung:
Erwachsene Käfer bezeichnet man als Imago.
Sie ernähren sich, anders als ihre Larven, meist von süßen Früchten und Baumsäften.
Am beliebtesten scheint bei den meisten Käfern die Banane zu sein.
Ahornsirup und Honig werden von einigen Arten sogar noch lieber aufgenommen.
Im Fachhandel sind sogenannte Beetle-Jellys in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich.
Diese speziellen in Portions-Becherchen gehandelten Gelees sind stark mit Proteinen angereichert und wurden speziell für Käfer entwickelt.
Die meisten Käfer nehmen problemlos Jellys als Futter an es gibt aber auch Arten/Exemplare die Banane oder Honig bevorzugen.
Beetle-Jellys haben den Vorteil keine Essigfliegenplage zu verursachen und auf Vorrat gekauft werden zu können, des weiteren sollen sie zu mehr Nachzucht und langlebigeren Imagos führen. Ich selbst verfüttere auch Jellys und kaufe diese in größeren Mengen auf Vorrat bei Wirbellosenhändlern.

Die beliebtesten Sorten sind:
Banane, Honig, Brown Sugar, Lactic Acid(Milchsäure), High Protein und Multivitamin.

Es gibt aber auch Jellys in diversen Fruchtgeschmäckern ( Apfel, Melone usw.) sowie für bestimmte Gattungen optimierte Varianten (Dorcus special, Dynastide Black).

In wie weit diese Jelly noch bessere Erfolg bringen kann ich nicht beurteilen da ich sie selbst bisher nicht verwendet habe.

Beetle-Jellys in verschiedenen Geschmacksrichtungen


Sammler und Sucher:
Krabben, Krebse und Garnelen suchen sich ihre Nahrung in ihrem Terrarium sie nehmen spezielle Krebstierpellets (aus dem Fachhandel) , Gammarus, aber teilweise auch Lebendfutter an. Je nach Art ernähren sie sich vorwiegend pflanzlich(herbivor) , rein tierisch(carnivor) oder sie fressen mal dies mal das (omnivor). Es ist wichtig sich genau über die Ernährungsgewohnheiten der Pfleglinge zu informieren, denn einseitige und nicht artgerechte Ernährung führen oftmals zum Tod der geliebten Schützlinge.
Schnecken ernähren sich gerne von diversem Gemüse, die Arten unterschieden sich stark in ihren Bedürfnissen, manche fressen z.B.: nur Flechten und bestimmte Pilze.
Schnecken können sehr empfindlich auf falsche Fütterung reagieren, es gibt spezielle Snail-Sticks im Fachhandel die als Zusatzfutter verwendet werden.

Die Angesprochenen Tiergruppen nehmen auch gerne Laub und und Moose auf, weswegen dies in ihrem Terrarium/Aquarium nicht fehlen darf.

Diverse Spezial-Futtermittel für Krebse, Krabben und Garnelen


Fresst alles nieder!:
Phasmiden leben direkt auf ihren Futterpflanzen und fressen die Blätter ihrer "Behausung".
Auch die Raupen von Schmetterlingen verbringen den großteil ihres Lebens auf ihren Futterpflanzen. Gerade die Lepidopteren(Schmetterlinge) stellen große Ansprüche an ihr Futter, es ist dringend anzuraten die geeigneten Futterpflanzen bereits vor der Anschaffung der Raupen parat zu haben.
Phasmiden lassen sich oftmals mit Brombeerblättern ernähren, jedoch gibt es auch unter ihnen Nahrungsspezialisten, die Z.B.: nur Farne fressen.

Es gibt spezielle Umgewöhnungstechniken die erfahrene Halter entwickelt haben, z.B.: die "Verwitterung"- hierbei werden die originalen Futterblätter zu einer Paste verarbeitet und diese auf die neuen Futterpflanzen mittels Pinsel aufgebracht, dies überdeckt den Geschmack des neuen Futters teilweise.

Detailierte Informationen findet man in Phasmiden-Foren sowie einschlägiger Fachliteratur.
Brombeer-Blätter

Ein tropischer Farn der von spezialisierten Phasmiden gefressen wird


In jedem Fall ist eine ausgewogene und vor allem artgerechte Ernährung die Grundbedingung für erfolgreiche "Viecherzucht"!

Guten Appetit wünscht euch und euren Tierchen, euer Clemens